Warum der Insulin-Missbrauch im Krimi so beliebt ist

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Hanna ist Diabetikerin und Juristin. Von Berufs wegen also gewohnt, genauer hinzuschauen, als unsereins. Ihr sei aufgefallen, sagt Hanna, dass in Fernseh-Krimis Diabetikerinnen und Diabetiker oft als Personen dargestellt würden, die es mit ihrer chronischen Erkrankung nicht allzu genau nähmen. Was dieser Tage auch die weltweit vertriebene Neue Zürcher Zeitung bemängelt hat. Aufgefallen war das den Schweizern in einem kürzlich ausgestrahlten ARD-Tatort.

Also gingen wir der Sache auf den Grund und befragten einige Autoren. Missbrauch mit Insulin, erfuhren wir, sei für die meisten von ihnen der Klassiker schlechthin. Warum? Weil von den Diabetes-Fachärzten seit Jahr und Tag darüber umfänglich berichtet würde. Das sei beim Missbrauch mit anderen Medikamenten nicht der Fall. Also verfalle man auf den Insulin-Missbrauch. Eine mittlerweile fast klassische Fährte.

Doch, wenn Sie jetzt in Ihrem Strandkorb etwas über eine solche „klassische Fährte“ lesen: Denken Sie immer daran, es handelt sich um einen Krimi, um eine ausgedachte Geschichte, nicht um eine fachliche Dokumentation. Also nehmen Sie, was Sie lesen oder in einem Fernseh-“Tatort“ sehen, nie für bare Münze. Auch, wenn es noch so spannend ist.

Bl.

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